Einfluss vorerwärmter Komposite auf die klinische Anwendung: Fallbericht einer Kompositrestauration
Paveas Dental.
Vorgewärmtes Komposit. Verbesserte Fließfähigkeit. Bessere Kontrolle.
Sehen Sie, wie Dr. Ida Louise Line vorgewärmtes Komposit einsetzt.
Über die Autorin
Dr. Ida Louise Line schloss ihr Zahnmedizinstudium im Jahr 2007 ab und ist in der Colosseum Dental Clinic in Tønsberg (Norwegen) tätig. Sie deckt das gesamte Spektrum der allgemeinen Zahnheilkunde ab, mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Zahnarztphobie.

Über den Fall
Seit vielen Jahren ist uns das Konzept des vorgewärmten Komposits bekannt.
Aus klinischer Erfahrung führt das Erwärmen zu einer höheren Fließfähigkeit des Materials und zu einer verbesserten Adaptation an das Substrat. Dies gilt unabhängig davon, ob das Substrat Zahnhartsubstanz, ein anderes restauratives Material oder die Reparatur indirekter Versorgungen (kleinere Defekte) betrifft.
Nach meiner Erfahrung lässt sich Komposit im vorgewärmten Zustand schneller applizieren, da weniger Manipulation erforderlich ist, um eine optimale Adaptation zwischen Substrat und Komposit zu erreichen. Glatte, dichte Ränder sind essenziell, um Verfärbungen, Mikroleckagen und Sekundärkaries zu vermeiden.
Ist die Verbindung zwischen den einzelnen Kompositschichten unkompliziert, treten Porositäten seltener auf, und die Ausarbeitung sowie Politur ästhetischer Kompositrestaurationen gestaltet sich einfacher und zeitsparender.
Im Herbst 2025 wurde der Solventum™ Filtek™ Komposit Wärmer eingeführt (Abb. 1a), der speziell für Filtek™ Komposite entwickelt wurde. Neben seiner kompakten Bauweise, dem ansprechenden Design und der einfachen Handhabung überzeugt das Gerät durch seine Effizienz und Praxistauglichkeit. Bereits zwei Minuten nach dem Vorwärmen sind die Kompositkapseln vollständig temperiert und einsatzbereit.
Zusätzlich kann der obere Teil des Kompositwärmers (Abb. 1b) abgenommen und zur besseren Erreichbarkeit während der Applikation auf dem Behandlungstisch des Zahnarztstuhls platziert werden. Dies stellt einen der wesentlichen Vorteile dieses neuen Produkts dar. Das abnehmbare Element ist platzsparend, übersichtlich gestaltet und benötigt nur minimalen Raum. Der Kompositwärmer verfügt über wenige Bedienelemente, ist intuitiv nutzbar und desinfizierbar. Für die Erwärmung von fließfähigem Komposit bietet das Gerät Platz für eine Flow‑Spritze zusätzlich zu sechs Kompositkapseln.

Einige Filtek™‑Komposite in Kapseln sowie Flow‑Spritzen sind für eine Erwärmung zugelassen: Spritzen können bis zu 25 mal für eine Stunde erwärmt werden, Kapseln einmal für bis zu 60 Minuten. Je höher die Ausgangsviskosität des Materials, desto größer ist der Nutzen des Vorwärmens.
3M™ Filtek™ One Bulk Fill Komposit ist ein bekanntes und weit verbreitetes Material, bei dem das Erwärmen besonders vorteilhaft ist, da das vergleichsweise feste Komposit deutlich fließfähiger und leichter zu verarbeiten wird. Auch 3M™ Filtek™ Universal Restorative, 3M™ Filtek™ Easy Match Universal Restorative und 3M™ Filtek™ Supreme XTE Universal Komposit habe ich über längere Zeit erfolgreich vorgewärmt. Abhängig von der Dauer, die die Kapsel im Wärmer verbleibt, lässt sich die Temperatur und damit die Fließfähigkeit gezielt steuern. Insbesondere bei größeren ästhetischen Aufbauten im Frontzahnbereich ist es hilfreich, die Viskosität individuell an die Präferenz der Behandlerin bzw. des Behandlers anzupassen. Befindet sich der Kompositwärmer auf dem Behandlungstisch neben dem Patienten, kann die Kapsel problemlos vor Ablauf von zwei Minuten entnommen oder – bei Wunsch nach etwas höherer Viskosität – kurz vor der Anwendung abgelegt werden.
Der folgende Fall zeigt eine Behandlung mit vorgewärmtem 3M™ Filtek™ Supreme XTE Universal Komposit, appliziert in Schichttechnik mit Body‑, Dentin‑ und Schmelzfarben. Die Patientin wünschte keine Zahnaufhellung, sondern den Erhalt der natürlichen Zahnfarbe. Die oberen seitlichen Schneidezähne waren schmal (Abb. 2a) und sollten verbreitert werden. Durch die Verbreiterung der Lateralen konnte zudem die intermaxilläre Beziehung gemäß der Bolton‑Analyse verbessert werden. Die Patientin zeigte Abrasionen, überwiegend durch Attrition an mehreren Zähnen, sowie Engstände, insbesondere im Unterkieferfrontzahnbereich um Zahn 42. Vor der Kompositbehandlung wurde eine kieferorthopädische Therapie mit 26 Alignern durchgeführt, um die Zähne in die gewünschte Position zu bringen. Dadurch entstand Platz im Bereich der Lateralen (Abb. 2b) für die Formkorrektur. Die mittleren Schneidezähne und Eckzähne wurden mittels Edge‑Bonding behandelt.

Abb. 2a
Abb. 2b
Der Aufbau der seitlichen Schneidezähne erfolgte mit Bioclear™‑Matrizen (Abb. 3a). Hier erwiesen sich die erhöhte Fließfähigkeit und die gute Adaptation an das Substrat als besonders vorteilhaft. Die Restaurationen wurden mit einer dünnen Schicht fließfähigen Komposits basal sowie gingival zu den Nachbarzähnen hin begonnen; für die mesialen und distalen Aufbauten wurde vorgewärmtes Komposit verwendet.
Alle Zähne erhielten dieselbe Vorbehandlung mit Kofferdam (Abb. 3b), Sandstrahlen mit 30 µm Aluminiumoxid, Phosphorsäureätzung sowie Adhäsivapplikation mit 3M™ Scotchbond™ Universal Plus Adhäsiv. Um ein Anhaften des Materials an Kompositinstrumenten und Pinseln zu vermeiden, wurde ein Modellierliquid für Komposite eingesetzt; vor der Polymerisation der finalen Schicht wurde Glycerin appliziert, um die Sauerstoffinhibitionsschicht zu verhindern.

Abb. 3a
Abb. 3b
Die postoperativen Aufnahmen (Abb. 4a/4b) zeigen die Patientin einen Tag nach der Behandlung. Die Zähne sind vollständig rehydriert und weisen eine harmonische, natürliche Ästhetik auf.
Abb. 4a
Abb. 4b
© Solventum 2026. Solventum, das S-Logo und Filtek sind Marken von Solventum oder seinen Tochtergesellschaften. 3M und das 3M-Logo sind Marken der 3M Company. Andere Marken sind Eigentum der jeweiligen Inhaber.
Artikel veröffentlicht von einem zertifizierten Solventum-Händler.



